Liebes "Tagebuch"
Ich habe schon immer Blog geschrieben. Weil schreiben immer Ablenkung hieß. Wenigstens einmal sagen zu können was man wirklich denkt. Einmal erzählen zu können was für Sorgen einen in Wirklichkeit plagen. Einmal nicht lügen müssen und lächelnd sagen "Ja, mir geht es gut."
Ich komme darauf, weil ich meinen alten Blog wiedergefunden habe. Ich muss sagen ich wusste gar nicht das dieser noch existiert. Startet im Jahr 2016 und endet Anfang 2020. Da habe ich von einem auf den anderen Tag wohl aufgehört zu schreiben. Ich habe ihn mir natürlich komplett durchgelesen. Einfach um zu wissen wie mein Ich vor 6 Jahren gedacht hat. Erschreckend festzustellen das meine Gedankenwelt sich kaum verändert hat.
Mein Leben, natürlich hat sich mehr als nur verändert. Aber die Tatsache das meine Gedanke früher schon so kaputt waren. Das ich früher schon so kaputt war, hat mir innerlich wirklich wehgetan. Mir war das nicht wirklich bewusst, aber man lebt anscheinend wirklich damit. Weil man sich daran gewöhnt hat drüber nachzudenken, das man eigentlich nicht existieren möchte. Und ich frage mich wie lange braucht ein Mensch um dafür zu sorgen, dass es nicht für immer nur ein Wunschgedanke bleibt?
Ich habe bei meinem alten Blog oft die Tags Unglücklich, Einsam, Suizidal, Angst, Trauer verwendet. Und auch einige mehr die diese Gefühle wohl beschrieben haben. Wie gesagt, es macht mich traurig zu wissen das sich mein Leben in meinen Gedanken wohl nie ändern wird. Das es immer so dunkel ist und Licht nur für paar Stunden durch Ablenkung existieren kann. Beziehungsweise das meine Gedanken einfach still sind, solange ich etwas zu tun habe. So lange nichts passiert, dass an meine Emotionen anknüpfen kann.
Ooooh, beste Beispiel von heute. Mein Freund hatte noch den Chatverlauf von seiner Exfreundin archiviert und die Tatsache das wir schon 2 Jahre zusammen sind, hätte vermutlich jeder normale Mensch sich nichts dabei gedacht. Vor allem weil man ja auch sehen konnte das sie wirklich Jahre keinen Kontakt hatten. Und wie reagiere ich? Entschuldige mich erstmal das ich auf Toilette muss und fange dann da erstmal an zu heulen. Geil, oder? Und ich musste im Nachgang meine Wut und Eifersucht ( die ja nicht mal begründet ist ) runterschlucken, damit man mich nicht für "krank" hält. Auch wenn ich es nun wirklich ganz offensichtlich bin. Zu mindestens sagen meine Arme und Beine und meine Schultern und eventuell mein Bauch das. Naja, soviel dazu.
Am liebsten möchte ich mich bei mir selber entschuldigen. Dafür das ich ihr so viel antue und immer noch sehr viel zumute. Dafür das es vielleicht niemals besser wird.
Aber vielleicht in einem anderen, neuen Leben, wenn es soweit ist. Dieses jetzige Leben das ich habe, ist für mich nicht gemacht. Das habe ich schon lange akzeptiert. Auch wenn diese Akzeptanz der falsche Weg ist, ist dies aber grade einfacher. Denn meine Kraft ist begrenzt. Und ich möchte auch nicht immer darüber nachdenken was wäre wenn es anders gewesen wäre? Denn tatsächlich fördert es diesen negativen Kreis in dem man sich eh schon befindet.
All das ist eben nicht fair, so ist das nun mal.
Dann mal eine gute Nacht an mich selber. 🌙
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