Montag, 26. September 2022

Rückfall

 Liebes "Tagebuch"

Der Tag ist ziemlich regnerisch und ich bin es auch. Ich weiß nicht wirklich was heute mit mir los ist. Ich weiß nur das ich heute den ganzen Tag im Bett lag und nichts getan habe außer meine Gedanken zu hören und damit zu kämpfen nicht zu weinen. Das einzige produktive heute ist das schreiben hier grade und selbst dabei habe ich einen extremen Kloß im Hals.

Vor etwa zwei Woche hatte ich zum ersten mal wieder einen Rückfall, was das selbst verletzen angeht. Ich habe mir mehrmals in den Unterarm geschnitten. Die Schnitte sind zwar Tief, aber eben sehr kurz. Und ich erinnere mich noch gut daran, dass ich mir selbst dabei wie eine Versagerin vorkam. Aber gut, nun zum eigentlichen Punkt. Ich war heute sehr unachtsam und dann sind meinem Freund die Schnitte aufgefallen und was tue ich? Statt ehrlich zu sein, lüge ich ihm ins Gesicht. Ich schäme mich dafür und frage mich auch ob er mir die Lüge überhaupt abgekauft hat. Oder sie einfach angenommen hat um sich damit nicht beschäftigen zu müssen. Ich vermute das zweitere, denn er ist doch nicht dumm. Keine Ahnung was ich von dieser Situation halten soll. Für mich war einfach die Tatsache schlimm, dass ich ihm nicht vertrauen konnte in dem Moment. Das meine Angst ehrlich zu sein, das der Scham den ich dafür empfunden habe, größer war. Die Angst das er mich dafür verlässt ist enorm groß in mir verankert. Denn jeder der mir irgendwie näher stand ( mit abgesehen von meiner Familie ), hat mich aus diesem Grund sitzen lassen. Darum rede ich darüber auch nicht mehr. Mit niemandem. Sicher weiß mein Freund bescheid das ich damit mal Probleme hatte. Kann man ja schlecht verheimlichen, wenn der ganze Körper damit verziert ist. Aber ich habe ihm nie erzählt dass das Problem immer noch da ist. Auch meine Familie weiß nicht, dass das Problem noch da ist. Ich weiß einfach nicht wie ich mit dem ganzen Thema umgehen soll. 

Ich weiß grade nur eins. Ich bin ein verdammt schlechter Mensch. 

Gute Nacht Welt. 🌙

Sonntag, 25. September 2022

Sechs Jahre von deinem Leben... ist keine Zeit

 Liebes "Tagebuch"

Ich habe schon immer Blog geschrieben. Weil schreiben immer Ablenkung hieß. Wenigstens einmal sagen zu können was man wirklich denkt. Einmal erzählen zu können was für Sorgen einen in Wirklichkeit plagen. Einmal nicht lügen müssen und lächelnd sagen "Ja, mir geht es gut."

Ich komme darauf, weil ich meinen alten Blog wiedergefunden habe. Ich muss sagen ich wusste gar nicht das dieser noch existiert. Startet im Jahr 2016 und endet Anfang 2020. Da habe ich von einem auf den anderen Tag wohl aufgehört zu schreiben. Ich habe ihn mir natürlich komplett durchgelesen. Einfach um zu wissen wie mein Ich vor 6 Jahren gedacht hat. Erschreckend festzustellen das meine Gedankenwelt sich kaum verändert hat.

Mein Leben, natürlich hat sich mehr als nur verändert. Aber die Tatsache das meine Gedanke früher schon so kaputt waren. Das ich früher schon so kaputt war, hat mir innerlich wirklich wehgetan. Mir war das nicht wirklich bewusst, aber man lebt anscheinend wirklich damit. Weil man sich daran gewöhnt hat drüber nachzudenken, das man eigentlich nicht existieren möchte. Und ich frage mich wie lange braucht ein Mensch um dafür zu sorgen, dass es nicht für immer nur ein Wunschgedanke bleibt? 

Ich habe bei meinem alten Blog oft die Tags Unglücklich, Einsam, Suizidal, Angst, Trauer verwendet. Und auch einige mehr die diese Gefühle wohl beschrieben haben. Wie gesagt, es macht mich traurig zu wissen das sich mein Leben in meinen Gedanken wohl nie ändern wird. Das es immer so dunkel ist und Licht nur für paar Stunden durch Ablenkung existieren kann. Beziehungsweise das meine Gedanken einfach still sind, solange ich etwas zu tun habe. So lange nichts passiert, dass an meine Emotionen anknüpfen kann.

Ooooh, beste Beispiel von heute. Mein Freund hatte noch den Chatverlauf von seiner Exfreundin archiviert und die Tatsache das wir schon 2 Jahre zusammen sind, hätte vermutlich jeder normale Mensch sich nichts dabei gedacht. Vor allem weil man ja auch sehen konnte das sie wirklich Jahre keinen Kontakt hatten. Und wie reagiere ich? Entschuldige mich erstmal das ich auf Toilette muss und fange dann da erstmal an zu heulen. Geil, oder? Und ich musste im Nachgang meine Wut und Eifersucht ( die ja nicht mal begründet ist ) runterschlucken, damit man mich nicht für "krank" hält. Auch wenn ich es nun wirklich ganz offensichtlich bin. Zu mindestens sagen meine Arme und Beine und meine Schultern und eventuell mein Bauch das. Naja, soviel dazu. 

Am liebsten möchte ich mich bei mir selber entschuldigen. Dafür das ich ihr so viel antue und immer noch sehr viel zumute. Dafür das es vielleicht niemals besser wird. 

Aber vielleicht in einem anderen, neuen Leben, wenn es soweit ist. Dieses jetzige Leben das ich habe, ist für mich nicht gemacht. Das habe ich schon lange akzeptiert. Auch wenn diese Akzeptanz der falsche Weg ist, ist dies aber grade einfacher. Denn meine Kraft ist begrenzt. Und ich möchte auch nicht immer darüber nachdenken was wäre wenn es anders gewesen wäre? Denn tatsächlich fördert es diesen negativen Kreis in dem man sich eh schon befindet. 

All das ist eben nicht fair, so ist das nun mal. 

Dann mal eine gute Nacht an mich selber. 🌙